Warum Erdgas?

Umweltfreundlich

EU-Klimaziele

Die von der EU Ende 2008 beschlossenen „20-20-20-Ziele“ sehen vor, dass bis 2020 europaweit 20 % weniger Treibhausgasemissionen als 2005 ausgestoßen werden, der Anteil erneuerbarer Energie 20 % erreicht und Energie um 20 % effizienter verwendet wird. Außerdem soll ein Anteil von 10% an Bio- und erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehr erreicht werden.

Kraftwerke und Industriebetriebe, die unter das Emissionshandelssystem fallen, werden 2020 um 21 % weniger Emissionsrechte bekommen. Für Österreich bedeutet das, die Emissionen (die nicht vom Emissionshandel betroffen sind) um 16 % (gegenüber 2005) zu senken und den Anteil erneuerbarer Energie auf 34 % (2005: 23,3 %) zu erhöhen.

Das fast emissionsfrei verbrennende Erdgas und vor allem das „erneuerbare“ Biogas können beim Erreichen dieser Ziele eine wesentliche Rolle spielen. 

Weniger CO2

Erdgas verbrennt durch seinen hohen Wasserstoffanteil besonders umweltschonend, Kohlefeuerung erzeugt fast doppelt so viel CO2. Gegenüber Heizöl fällt die Umweltbilanz von natürlichem Gas insgesamt um mehr als 25 % günstiger aus. Schon der Umstieg von der alten Ölheizung auf einen modernen Erdgas-Brennwertkessel in einem 150 m2- Einfamilienhaus bringt eine Einsparung von rund zwei Tonnen CO2 pro Jahr. 

Fast kein Feinstaub

Viel greifbarer als CO2 und dem damit in Zusammenhang gebrachten Treibhauseffekt ist die Belastung durch Feinstaub: Feinstaub-Partikel haben einen Durchmesser von weniger als einem Zehntausendstel Millimeter. Einige davon sind so winzig, dass sie beim Einatmen in die Lunge und ihre Lungenbläschen, teils sogar in die Blutbahn eindringen. Chronischer Husten, Asthma und Lungenkrebs sind nur einige der nachweisbaren Folgen für die Menschen.
2011 wurden die heimischen Grenzwerte an 74 Orten überschritten. In Städten wie Graz oder Leibnitz wurde der Jahresgrenzwert gleich um das Dreifache überschritten. Ruß und Staub gelangen u.a. durch Verbrennung fossiler Rohstoffe in die Atmosphäre – nicht aber bei Verwendung von Erdgas, das aufgrund des günstigen chemischen Verhältnisses zwischen Wasserstoff und Kohlenstoff (Methan = CH4) so gut wie rückstandsfrei verbrennt.

Die Nutzung von Erdgas verursacht außerdem kaum Emissionen von Stick(stoff)oxiden (NOx) und übel riechendem Schwefeldioxid (SO2).

Power to Gas

Eine sensationell einfache Idee beginnt sich durchzusetzen: Die Speicherung von Ökostrom in Form von Erdgas: Überschüssiger Strom aus Windkraft oder Sonnenenergie wird verwendet, um Wasser aufzuspalten. Dabei entsteht Wasserstoff, der dann mit einer Reaktion des Kohlenstoffs aus der Luft in Methan (= Erdgas) umgewandelt wird – als Restprodukt bildet sich Sauerstoff. Das fertige Methan kann ins bestehende Gasnetz eingespeist werden.
An der Entwicklung dieser vielversprechenden Möglichkeit, Ökostrom in Form von Gas (einfacher) transportfähig und speicherbar zu machen, sind österreichische Unternehmer maßgeblich beteiligt.

Mist macht Methan

Gas kommt nicht immer nur aus der Erde. Mit innovativen Verfahren kann man durch Fermentation (Methangärung) oder durch Pyrolyse sogenanntes Biogas erzeugen. Dieses wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie etwa Mais oder aus landwirtschaftlichen Abfallprodukten wie Gülle oder Bioabfall hergestellt.
Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energieformen wie Wind- und Sonnenenergie kann Biogas jederzeit produziert und problemlos gespeichert werden.

Die Vorteile von Biogas:

  • Biogas kann jederzeit erzeugt und problemlos gespeichert werden.
  • Veredeltes Biogas ist qualitativ ebenso hochwertig wie Erdgas, verfügt über all seine Produkteigenschaften und kann genauso flexibel eingesetzt werden. 
  • Bei der Verbrennung von Biogas wird nur soviel Kohlendioxid freigesetzt wie die Biomasse, die zu seiner Herstellung verwendet wurde, zuvor der Atmosphäre entzogen hat. 
  • Biogas hat eine extrem hohe Energieeffizienz und außerdem eine wesentlich höhere Flächeneffizienz als etwa Biodiesel und Bioethanol. Oder anders gesagt: Mit einem Hektar Anbaufläche kann rund drei Mal soviel Biogas erzeugt werden wie Biodiesel. Oder noch anders ausgedrückt: Mit dem Ertrag aus einem Hektar Ackerland kann ein Erdgasauto 65.000 Kilometer fahren. 
  • Die regionale Wertschöpfung steigt. Gerade die Landwirtschaft, die auch einen großen Anteil an Umweltbelastung verursacht, kann so einen entscheidenden Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die Biogasgülle, also die Rückstände nach der Biogaserzeugung, kann als Dünger eingesetzt werden und ist sogar pflanzenverträglicher als unvergorene Gülle. 
  • Auch aus Biomasse und/oder biologisch abbaubaren Teilen von Abfällen kann durch anaerobe Fermentation (Methangärung) oder durch Pyrolyse Biogas erzeugt werden. Dafür wird neben organischem Müll fast jede Pflanzenart, so z.B. auch Gras, verwendet.

Wussten Sie...

... dass wir in Zukunft mit unseren Heizungen Strom erzeugen werden?

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... was eine Erdgasfalle ist? Da Erdgas ein Gas ist, steigt es im Boden nach oben. Und zwar so lange, bis es an eine undurchlässige Schicht stößt. Und da sitzt es dann in der Falle, bis es gefunden und gefördert wird.

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